Landschaften in der Dämmerung fotografieren

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Vieleicht haben Sie die folgende Szene auch schon beobachtet. Ein schöner Sonnenuntergang bahnt sich an, die Leute kommen in Scharen an den Strand, fotografieren was das Zeug hält. Kaum hat das Meer den letzen Sonnenstrahl verschluckt, kehrt wieder Ruhe ein. Alle gehen nach Hause.

Fotografieren Sie in der Dämmerung

Ich schätze es zwar durchaus, wenn sich nicht dauern Personen mitten im Bild niederlassen. Trotzdem möchte ich Ihnen mit diesem Post ermutigen, die Kamera das nächste Mal erst n a c h dem Sonnenuntergang auszupacken. Denn eigentlich wird es erst richtig spannend, wenn die Dämmerung angebrochen ist. Dazu die folgende Fotostorie.

Fotostorie – Vorbereitung

Ich hatte im Winter schon länger geplant, ein paar Aufnahmen in der Dämmerung am See zu machen. Die Winterzeit ist bekannt für rel. kräftige Farben nach Sonnenuntergang. Weitere wichtige Zutaten waren ein windstiller Tag für den Spiegelungseffekt sowie viele Wolken am Himmel. Auch hier habe ich schon oft beobachtet, wie der Himmel mit dem Sonnenuntergang aufreisst und die Wolken sich verziehen.

Fotostorie – 17.44 Uhr

Bei klirrender Kälte und mit zwei Schichten Daunenkleidung mache ich mich zu einem Ort auf, den ich zuvor ausgesucht habe. Handschuhe sind ebenfalls mit dabei. Allerdings nicht zu dick, damit die Kamera noch zu bedienen ist.

Zuerst schau ich einfach nur dem Sonnenuntergang zu und lasse den Dingen ihren Lauf. Photo #1 entsteht ca. 5 Minuten später. Ich will die Wolken fotografieren, die von der verdeckten Sonne noch beleuchtet werden. Dies ist meistens der erste spannende Moment bei der Dämmerungsfotografie. Zudem kontrastieren sich kühle und warme Farben, was für zusätzliche Dramatik sorgt.

17.44 Uhr

#1 - 17.44 Uhr - Nikon D300, 17-35mm, ISO200, f/13, 1/15 sek


Fotostorie – 17.55 Uhr

Die zweite Aufnahme #2 entsteht ca. 10 Minuten später. Sie präsentiert eine komplett andere Szene. Das Blau der Dämmerung hat zugenommen und die warmen Farben in den Hintergrund gedrängt. Der Wind hat nochmals nachgelassen und hinterlässt eine fast spiegelglatte Oberfläche. Entsprechend hab ich auf eine grössere Brennweite umgestellt, um dem Wolkenbild und dem Vordergrund mehr Gewicht zu geben. Abgenommen haben auch die sehr grossen Helligkeitsunterschiede zwischen Horizont und Himmel, obwohl die Berge immer noch vergleichsweise hell sind.

17.55 Uhr

#2 - 17.55 Uhr - Nikon D300, 11-16mm, ISO200, f/16, 1/4 sek

Fotostorie – 18.08 Uhr

Nochmals gut zehn Minuten später verdichten sich die Wolken und bildeten spontan ein “Fenster”. Ein bliebtes Gestaltungsmittel, um die Aufmerksamkeit aufs Bild zu richten. Also entsteht durch eine entsprechen Brennweite Bild #3. Die Helligkeitsunterschiede werden ebenfalls immer geringer. Aus den gelb-orange Farbtöne wird zunehmend ein Rot. Damit wechselte auch die Bildstimmung von Dramatik nach Harmonie. Und zuguter letzt verschwimmet durch die lange Belichtungszeit die Wasseroberläche zu einem seidenen Teppich.

18.08 Uhr

#3 - 18.08 Uhr - Nikon D300, 11-16mm, ISO200, f/13, 1/2 sek

Fotostorie – 18.15 Uhr

In der Zwischenzeit ist seit Sonnenuntergang eine halbe Stunde vergangen. Obwohl es nun bitterkalt geworden ist, hab ich keine Sekunde darüber nachgedacht. Zu spannend waren die dramatischen Veränderungen der letzten halben Stunde gewesen. Das ist halt auch ein Teil der Faszination Landschaftsfotografie. Erfahrungsgemäss sind die Farben ca. 30 Minuten nach Sonnenuntergang am kräftigsten und die Helligkeit zwischenzeitlich sehr ausgeglichen. Die Belichtungszeit geht in die Sekunden, womit die Wasseroberläche immer mehr zu einer feinen Nebeldecke wird.

18.15 Uhr

#5 - 18.15 Uhr - Nikon D300, 11-16mm, ISO100, f/9, 5 sek

Fazit

Landschaften in der Dämmerung zu fotografieren birgt grosse Potentiale und macht enorm Spass. Die rasche Veränderung von kräftigen Farben und Kontrasten kombiniert mit spannenden Bildinhalten wie bsp Wolken oder Wasser bilden die Grundlage für tolle Bilder ausserhalb der Komfortzone “Sonnenuntergang”. Alles was es dazu braucht ist lediglich ein gutes Stativ, etwas Geduld und ein paar warme Handschuhe.

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