Fotoreise USA 2 – Zwei Tage mit Floris

Mit ein Grund für die Wahl meiner Reise ist das hohe Niveau der Landschaftsfotografen hier im Südwesten der USA. Zwei davon verfolge ich schon länger via Internet. Beide haben einen ausgeprägten eigenen Stil für Landschaftsbilder entwickelt und heben sich damit angenehm aus der hohen Masse von Profis heraus. Konkret spreche ich von Floris von Breugel aus Kalifornien und Marc Adamus von Oregon. Während Floris noch studiert, ist Marc bereits länger als Profi unterwegs. Grund genug also, die beiden für ein Coaching anzufragen.

Fossil Falls

Vergangene Woche habe ich Floris also für zwei Tage getroffen. Wir haben uns morgens um 5 Uhr in der Wüste verabredet. Ich war bereits dort, er ist über Nacht von Pasadena hochgefahren. Treffpunkt waren die Fossil Falls, in der Nähe von Lone Pine. Ohne Umschweife sind wir gleich losgewandert und haben die Dämmerung sowie das erste Licht für ein Shooting an den Falls genutzt.

Inhaltlich waren die beiden Tage auf rein visuelle Aspekte ausgerichtet. Kameratechnik und andere häufig diskutierte technische Aspekt waren kein Thema. Ganz einfach deshalb, weil Technik nicht weiterhilft, wenn es keine Bildidee gibt, die Komposition schwach ist oder das richtige Licht fehlt.

Als erstes habe ich verschiedene Testbilder erstellt, er hat dann gleich vor Ort sachlich im Feedback aufgezeigt, warum ein Bild funktioniert oder eben nicht. Wenn wir der Meinung waren, das Testbild hätte Potential, wurde eine technische einwandfreie Version erstellt. In den drei Stunden des Shootings hat das genau vier Mal funktioniert, eine gute Ausbeute. Anschliessend sind wir in Lone Pine bei viel Kaffee an den Laptops gesessen und haben die Bilder gleich fertig entwickelt. Dabei ist erstaunlich, wieviel mit der Verbesserung von kleinen Details der Charakter einer Fotografie noch wesentlich verstärkt werden kann.

Den Nachmittag haben wir damit verbracht, Locations für den nächsten Morgen zu erkunden. So sind wir ein paar Stunden in der Gegend der Alabama Hills herumgefahren / gewandert und haben Ideen und Kompositionen ausprobiert.

Old Mine

Der Rest des Tages bot gleich mehrere Highlights. Geplant war ein Shooting bei einer verlassenen Mine, gleich bei der Grenze zum Death Valley. Der Weg dorthin führte abseits der Touristenstrassen durch eine kleines Dorf names Darwin. Der Ort ist grössenteils eine Geisterstadt aus der Zeit der Minen. Nur ab und zu steht irgendwo ein halb zerfallener Wohnwagen, ein paar streunende Hunde sind auf der Strasse, es gibt tatsächlich noch eine “Dance Hall” und ein “Post office” wie zu Jones Waynes Western-Zeiten, beides allerdings kurz vor dem auseinanderfallen. Überall liegt Dreck und Müll herum und nur wenig deutet darauf hin, dass hier tatsächlich noch Leute wohnen. Gesehen haben wir niemanden, aber trotzdem beschleicht einem das Gefühl, dass man von dutzenden von Augen beobachtet wird. Floris hat was von “scary place” gemurmelt, ich hab darauf bestanden mein nagelneus Womo weit ausser Sichtweite ausserhalb des Ortes zu parken.

Danach folgte ein abenteuerliche Fahrt wie zu besten Australien-Zeiten zur verlassene Mine ausserhalb des Ortes. Die Mine ist seit Jahrzehnten stillgelegt. Sie sieht ungefähr so aus, wie wir das in den Filmen gelernt haben. Irgendwo ein Loch im Berg, dahinter viele Holzbalken und irgendwo geht’s über Treppen mehrere Stockwerke tief ins Erdinnere herunter. Im Gegensatz zu den Filmen ist unser aber nicht gleich zusammengefallen. Auf eine ausführlich Erkundung haben wir trotzdem verzichtet.

Etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang haben wir dann angefangen, nachfolgendes Bild herzustellen. Hauptmotiv sind die fluoreszierenden Steine, diese beginnen unter UV-Licht wunderbar farbig zu leuchten. Auf eine ausführliche Anleitung verzichte ich an dieser Stelle. Das Bild besteht aber aus 6 Aufnahmen, die in Photoshop zusammengesetzt wurden (Steine ausgeleuchtet, Steine mit UV-Licht, Holz ausgeleuchtet, Holz mit UV-Licht, Sterne, Blauer Himmel). Auch hier war eindrücklich, wieviel Detailwissen es braucht, um solche Bilder zu erstellen. Im Anschluss ans Shooting sind wir zum Zeltplatz zurück und haben spät in der Nacht noch etwas gekocht.

Alabama Hills

Nach knapp 4 Stunden Schlaf sind wir um 5 Uhr wieder losgezogen, um die Locations von gestern auszuprobieren. Dabei wurde wieder mal klar, wie sich das Gesicht einer Landschaft mit dem Licht dauernd verändert. Im Anschluss haben wir uns ein kleines Nickerchen gegönnt. Danach gings wieder bei Kaffee und Cookies zum Entwickeln der Bilder. Am Nachmittag haben wir wieder Locations für den Sonnenuntergang gesucht und dann auch fotografiert. Interessant war übrigens auch der Vergleich der Resultate. Meine sind unten, hier im Vergleich ein Bild von Floris.

Fazit

Die beiden Tage haben sich mehr als gelohnt und mir eine Grundlage vermittelt, um mit der Fotografie einen Schritt weiterzukommen. Nun geht’s in den kommenden Wochen ans Umsetzen, darauf freue ich mich sehr.

1 Kommentar

  1. Echt sehr schöne Aufnahmen….
    Gruß Anke+Burghard

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